Samstag, 12. März 2011

Wildnis, Hippis & ich



Liebe Leute daheim.
Spektakuläre Tage liegen hinter mir. Nachdem ich Wellington gut ausgeruht und voller Erwartungen auf die Südinsel verlassen habe, bin ich nun vollends (auch mit dem Geist - der reist immer etwas zeitverzögert hinterher) auf dieser Insel angekommen. Die ersten Tage waren NASS. Doch daran muss ich mich nun für die nächsten 6 Wochen gewöhnen - kein bequemes Kontinentalklima hier, wie wir das in Europa gewöhnt sind. Dafür viele gutgelaunte Menschen.

Zwar habe ich wieder einiges an Gepäck in Wellington (mittlerweile liegt in ganz Neuseeland Zeugs von mir bei irgendwelchen Leuten rum) zurückgelassen, doch machen mir die Berge schon ganz schön zu schaffen. Ich verjünge mich gerade, der Beinumfang wächst und wächst..

Vor einer Woche habe ich in einem Bergdorf eine Gruppe echt freundlicher Hippi-Jungs getroffen, die sich gerade auf eine Wanderung in die Wildnis, in den Nelson Lakes National Park, vorbereitet haben. Wurde eingeladen mitzulaufen und so ergab sich eine Woche Natur pur mit 8-Stunden-walks am Tag über Stock und Stein (da sag einer, Hippis seien unsportlich) und Übernachtungen in wunderschön gelegenen Berghütten. Wir hatten zwar etwas zu wenig zu essen mitgenommen, doch wurde alles BRÜDERLICHST geteilt. Wirklich beeindruckende Sache - wurde innerhalb einer viertel Stunde komplett in die Runde integriert. Das Klopapier allerdings, so dachte ich anfänglich, sei ein Problem (die hatten ihres vergessen, so musste meine 3/4 Rolle für uns 5 Leute 1 Woche reichen). Und Krass - es klappte, blieb sogar noch was übrig..

Jetzt sind wir seit gestern wieder in der Zivlisation und ich reise im Bus mit dem Rad auf dem Dach etwas mit. Es sind zwei Köche unter den Jungs, sodass es jeden Abend Gourmetessen gibt. Gut, um die in der letzten Woche wirklich restlos aufgebrauchten Fettreservern wieder aufzufüllen. Doch wenig der Worte! Ich werde die Bilder wieder sprechen lassen. Lasst es euch gut gehen, bis zum nächsten mal.


Pause am letzten Wandertag im Hochmoor.
der Pferdeschädel am Kühler..

Morgenstimmung

Kermet der Frosch lacht.
Ich und Wildnis




KALT!
plärrende Möwen

Montag, 28. Februar 2011

Von Stratford nach Wellington

first 3, later 2 wheels
ein wunderschoenes hallo nach deutschland.
nachdem ich die letzten tage auf der hauptstrasse nr. 1 in Neuseeland zubringen musste, da diese die einzige nord-sued verbindung ist, bin ich jetzt gut in wellington gelandet. wieder hat mich ein echt netter mensch aufgenommen - dieses couchsurfing ist wirklich eine gute erfindung. uebermorgen werde ich dann auf die suedinsel uebersetzen - doch zuvor zu den geschehnissen der letzten tage, die so haengen geblieben sind.

was alles geschehen kann, wenn man wirklich mal ganz ohne plan nur mit einer ungefaehren richtung unterwegs ist, scheint erstaunlich. als ich vor drei tagen so an einem menschenleeren strand vor mich hingezeltet und mein fruehstuecksmuesli gegessen habe, kommen zwei reiter daher, um mich kurzerhand in ihr haus einzuladen. war nicht einfach zu finden in der pampa, doch die lose beschreibung einer "big red garage" auf dem feld hat mich schliesslich ans ziel gefuehrt. aus der einladung zum kaffee wurde eine einladung zum bleiben. so kam es, dass ich von den McDonalds bekoestigt wurde, eine jeep sightseeing tour genoss und obendrein die ****ferienlodge bewohnen durfte. deren hund peanut (foto unten) kreuzt beim fressen im stand die hinterbeine - ich hab mich fast totgelacht bei dem anblick.

heute morgen - eher mittag (ich schlafe wirklich viel, was aber angesichts der 60-80 km am tag denke ich ok ist) bin ich, noch etwas schlaftrunken, eine weide heruntergeradelt. normalerweise findet man hier milchkuehe und schafe. auf dieser weide standen aber ein paar echt gross geratene BULLEN - und was fuer exemplare. nun sind meine fahhradtaschen rot. was tun bullen, wenn sie etwas rotes, sich bewegendes sehen? ganz recht. die erde hat ohne uebertreibung gebebt. der elektroschock am zaun hat sie aufgehalten. danach war ich wach!

von diesen erlebnissen gibt es viele, doch will ich euch mit text nicht langweilen. ich beobachte viel - hier hab ich die zeit dafuer. ich geniesse es, in den tag hineinzuleben, erlerne elementare dinge ganz neu: zum beispiel zu akzeptieren, dass man manche berge nun mal nur im kleinsten gang und sehr langsam hochkommt (das leben ist wie ein berg).


thank you!

peanut

Dienstag, 22. Februar 2011

THE FORGOTTEN WORLD HIGHWAY

liebe leute.

die internetverbindungen, die man in den bibliotheken vorfindet, sind zum SCHREIEN. es dauert ewig - wie früher über modem, bevor es dsl gab (wir wissen gar nicht, wie gut wir es haben an unseren heimrechnern!) 

heißt, bilder kann ich euch nicht hinüberschicken - dennoch einen kurzen lagebericht. nach den ersten drei tagen in auckland bin ich mit der eisenbahn etwa in die mitte der nordinsel gefahren. großartige eindrücke entlang der strecke. in taumarunui ausgestiegen, hatte ich mir den FORGOTTEN WORLD HIGHWAY vorgenommen - eine 150 km lange strasse durch wildes buschland, natur pur. nun, vergessene welt.. im wahrsten sinne des wortes! genau mein ding. wenn auch viele orte auf den karten eingezeichnet waren (diese entpuppten sich als geisterstädte), so hat der lonely planet allerdings verschwiegen, dass es entlang der gesamten strecke kein einziges lebensmittelgeschäft gibt. heißt, bis auf eine warme mahlzeit im einzigen hotel entlang der strecke, hab ich meine noch mitgenommene 1-tages-ration auf drei tage gedehnt. (speckbauch weg in drei tagen.) hinzu kommt: nicht dass die strecke gerade verläuft, nein, serpentinen rauf, serpentinen runter - und ich habe nicht trainiert vor dem trip. nun ja - das war die feuerprobe - bestanden. bike macht einen großartigen job, nur das gepäck! 30 kg, davon allein 10 fotoausrüstung. ich hoffe ihr wisst die schärfe der bilder zu schätzen!

morgen besteige ich - sofern das wetter mitspielt - meinen ersten vulkan. (für alle google-maps-ler: nordinsel, im äußersten westen gelegen, mt. taganaki, auch egmont genannt)

alles in allem ist das flair in diesem land wirklich grandios. es vergeht kein tag, an dem man nicht mit den menschen hier ins gespräch kommt. man muss nur jeden anlachen, dann ist ein small talk sicher. und wenn man in der pampa ist und so dahinradelt, plöken einen die schafe an - und man plökt zurück. auch eine art konversation. 

ich versuche alsbald an eine dsl-verbindung  zu kommen, dann folgen bilder und ihr könnt die 'vergessene welt' miterleben. bis dahin, grüße ins frostige deutschland. ach ja, für alle 'sich sorgen machenden': das erdbeben der stärke 6 auf der südinsel war weit entfernt, habe nichts davon mitbekommen. 
gut gehen lassen, andi

OHHA - jemand hat den dsl-schalter angeknipst. also doch die bilder:

 ich wußte zu dem zeitpunkt noch nichts von dem hunger der folgenden tage


mein erster zeltplatz - ein schöner fleck erde



forgotten world..





bork bork

mt. taranaki
willy der glückliche einsiedler

empfang am bahnhof


Freitag, 18. Februar 2011

DER ERSTE TAG - ohne jetlag!

Nun bin ich angekommen. Und wie ein Wunder hat mich der vom Cousinchen vorhergesagte, angeblich 4 Tage andauernde Jetlag ignoriert. Der Tag begann mit einem erstaunlich guten Kaffee am Strassenrand, chauffiert von allzeit laechelnden Menschen. In einem Sprichwort der Maori heisst es: He aha te mea nui o te ao? He tangata! He tangata! He tangata! (Was ist das Wichtigste auf der Welt? Die Menschen! Die Menschen! Die Menschen!) Und tatsaechlich, die Neuseelaender sind, so kann ich bereits nach meinem ersten Tag hier behaupten, ein wirklich lebensbejahendes Volk, das gaenzlich aus Asiaten zu bestehen scheint. Doch der Lonely Planet weissagt etwas anderes: tatsaechlich lebt hier in Auckland die groesste zusammenhaengende Gemeinde von Menschen polynesischer Abstammung. Die kulturelle Vielfalt dieser groessten Stadt Neuseelands ist interessant und ueberwaeltigend zugleich. Sie scheint sich allerdings in der wahllosen Aneinanderreihung von architektonischen Stilen (wenn man das so nennen kann, was hier gebaut wird) widerzuspiegeln. Die Architekten unter euch wuerden sich die Haare raufen! 

INFO: am Ende der Bilderleiste  auf "weitere Information" klicken, dann gibts mehr Bilder.


mit dieser cam bleibt man nicht unerkannt - sometimes is good, sometimes bad.
chilli'n

AUA in Auckland.

asians - all over!

ich war tauchen..

..und wurde fast geschnappt.

wo ist der fisch?

in der arktis war ich auch kurz.

und in der karibik - alles an einem tag! nein, die schnelldenker unter euch haben
bereits beim ersten bild gesehen, dass ich schabernak treibe - ich war im new zealand aquarium.